Winterschlaf

Vorbereitung für den Winterschlaf

  • Jungigel ~ bis zum Frühjahr 120-750g (je nach Alter einzustufen)
  • August: 120-150g
  • September: ~200g
  • Anfang Oktober: ~ 300g
  • Mitte Oktober ~ 400g
  • Anfang November ~ 600g
  • Mitte November 750g
Das sind Richtwerte, ein Tier sollte ganz individuell betrachtet werden.

Wie viel sollte ein Igel in Gefangenschaft an Gewicht zunehmen?

Nach oder während einer Behandlung kann es vorkommen das der Igel nicht fressen mag und vielleicht sogar ein paar Gramm abnimmt.
Das sollte und muss sich aber binnen kürzester Zeit wieder bessern.
Ein Igel bis 100 g KGW sollte ~ 5g pro Tag zunehmen.
Ab 200g KGW sollte ein Igel in etwa 10g pro Tag zunehmen.

Müssen Igel in den Winterschlaf gehen?

Da gehen die Meinungen weit auseinander.
Ich denke im besten Fall ja, Ausnahmen gibt es immer.
Es gibt immer wieder die Beobachtung das Igel die sich in der menschlichen Obhut befinden kein Gewicht mehr zunehmen wenn die 700g erreicht sind.
Einige Igel gehen ab 700g in eine Art Dämmerschlaf.
Das ist Energiezehrend und nicht optimal.
Das fressen wird eingestellt.

Der Start in den Winterschlaf:

Den Igel langsam an die Temperaturen gewöhnen oder direkt in die kalte Nacht setzen?

Was löst den Winterschlaf aus?

- der Rückgang des Nahrungsangebots
- die sinkende Außentemperatur bei kürzer werdenden Tagen
- hormonelle Vorgänge im Körper des Igels

Vorbereiten auf den Winterschlaf kann sich der Igel nur, wenn die Temperaturen niedrig sind.
Zudem fährt sein Stoffwechsel runter wenn sich das Nahrungsangebot minimiert.
Füttert man den Igel den ganzen Winter weiter, und lässt das Tier im warmen, so fährt der Stoffwechsel nicht runter.
Eventuell geht der Igel nur in einem Dämmerschlaf, wie bereits oben erwähnt.
Den Igel ins Außengehege setzen, die ersten Tage noch Futter anbieten.
Täglich frisches Wasser hinstellen ist sehr wichtig.
Dann wird das Nahrungsangebot nach und nach reduziert und dann gänzlich entzogen.

Was passiert wenn der Igel einschläft?

Das Tier fährt seinen Stoffwechsel runter.
Der Herzschlag wird auf ein Minimum reduziert.
Von 180-200 Schlägen die Minute auf 4-8 Schläge / min.
Die Körpertemperatur sinkt von 39 Grad auf 5 Grad.
Das ist der Grund warum Igel im Winter nicht frieren.
Sie bekommen die kalten Temperaturen nicht mit.
Erst wenn das Thermometer auf 0 °C oder weniger abfällt, produziert der Körper wieder etwas Wärme, um dem Erfrieren entgegenzuwirken.
Befindet sich ein Igel im Dämmerschlaf ( wach und schlaf Rhythmus ist das kräftezehrend und zu dem auch kalt.

Wie muss der Schlafbereich sein?

Das Häuschen sollte mit Moos, Blätter (trocken) oder Stroh eingestreut sein.
Möglichst nördliche Richtung.
Ein ruhiger Platz, Wind und wassergeschützt.
Zugang zum Frischwasser sollte immer möglich sein.
Ganz wichtig der Auslauf! Igel wachen auch mal auf.
Die Unterbringung sollte ca. 2 m² betragen.

Wachsen Igel im Winterschlaf?>


Einige Beobachtungen haben ergeben, dass die Krallen gewachsen sind.
Zudem ist die Vervollständigung des Altersstachelkleides abgeschlossen, wenn die Igel im Frühjahr wieder aufwachen.
Alle Igel die im Sommer geboren wurden, wachsen nach dem Winterschlaf weiter.
(Übrigens ist die Maximale Körpermaße erst im 2 Jahr erreicht)

Die Sterblichkeit während des Winterschlafes:

Die Sterblichkeit während des Winterschlafen wird bei 20-40% bei adulten Igeln geschätzt.
Die Sterblichkeit bei Jungtieren (Subadulten Tieren) liegt bei 70-80 %.

Körpermassenabbau:

Der Abbau hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Im Schnitt verliert ein Tier 0,2-0,3% Masse am Tag.
Also 1-2g bei einem 500-700g Igel Körpermaße.
Mehrfaches Aufwachen - umso mehr Verlust der Körpermaße.
Der Energieverbrauch ist auf die Schlafunterbrechungen zurück zuführen laut neusten Studien.
Wenn die Tiere schlafen, wird der Energiebedarf durch die Verstoffwechslung vom fett gedeckt.

Aufwachen im Winter:

Aufwachphase gibt es viele und diese gehören dazu.
Temperaturschwankungen fördern die Aufwachphase.
Ist es draußen mild, unterbrechen Igel häufiger ihren Winterschlaf – mit bösen Folgen.
In der Regel gehen die Tiere schnell wieder schlafen.
Sollte der Wachzustand länger anhalten , ist zu klären ob gesundheitliche Probleme dahinter stecken könne.
Ggf. Kotsammel. Parasiten könnten das Problem sein.
Igel haben zweierlei Fett, weißes und braunes.
Das weiße, unter dem Stachelbalg eingelagerte Depotfett fressen sich Igel im Sommer und Herbst an.
Davon zehren sie im Winter – es ist praktisch ihre Energiereserve.
Das braune Fett braucht der Igel, um nach einem Winterschlaf von ca. 5 °C Körpertemperatur wieder auf die normale Temperatur von etwa 35 °C zu kommen.
Dieses braune Fett sitzt im Nacken des Igels und funktioniert wie ein Ofen, der den Körper mit Fett wieder aufheizt.
Ist die Reserve an braunem Fett durch wiederholtes Aufwachen abgeschmolzen, passiert es, dass ein Igel nicht mehr aus dem Winterschlaf erwacht, auch wenn er ein gut gepolstertes helles Fett hat.

Winterschlaf zu Ende, was tun?

Wenn der Igel, aus seinem kontrollierten Winterschlaf erwacht ist es an der Zeit die nächsten Schritte einzuleiten.

Als erstes wird der Igel gewogen und begutachtet. Alles wird im Pflegeprotokoll
notiert. Er sollte nicht mehr als 30% seines „Einschlafgewichtes“ verloren
haben, die Stacheln sollen fest und gleichmäßig, sowie die Augen halbkugelig
und glänzend sein. Sein Fell soll dicht und die Haut ohne Beläge oder
Ausschläge sein.

Wenn der Igel nun einige Tage wach ist, seinen Kreislauf, die Verdauung und die Muskeln wieder in Schwung gebracht hat, normal frisst (bis zu 300g Fleisch pro Nacht) und tagsüber in seinem Schlafhaus schläft, dann wird nochmals eine Sammelkotprobe eingeschickt, damit das Tier auch wirklich gesund in die Freiheit entlassen werden kann. Natürlich erst, wenn er sein altes Gewicht, das er VOR dem Winterschlaf hatte erreicht hat und die Nächte dauerhaft über 8 Grad Lufttemperatur haben. Da Igel reviertreue Tiere sind ist es wichtig sie genau dort wieder auszuwildern, wo sie gefunden wurden. Besonders die Altigel haben in fremden Revieren schlechte Chancen, denn ganz sicher gibt es dort schon Igel. Wird nun ein Igel in einer ihm unbekannten Gegend ausgewildert, so muss er sich erst einmal neu orientieren. Er kennt die Örtlichkeiten nicht, er wird von den eingesessenen Igeln ganz sicher nicht mit offenen Armen empfangen, sondern muss sich seinen Platz neu erkämpfen. Zusätzlich hat er keinen Unterschlupf,kein Nest. All das sollte man dem Igel ersparen und ihn unbedingt in „seinem“Revier wieder auswildern. Selbstverständlich gilt das nicht für Igel, die an der Bundesstraße oder Autobahn gefunden wurden Bei Jungigeln, die bereits kurz nach ihrer Geburt in menschliche Obhut kamen ist es unabdingbar ihnen VOR der Auswilderung das JAGEN> von Insekten beizubringen. Dies geschieht indem man sie mit Heimchen, Laufkäfern oder anderen geeigneten Insekten in eine größere Box setzt. Dort verbringen sie ca. 20 bis 30 Minuten täglich und lernen so, dass ihr Futter plötzlich nicht mehr in der Schale angerichtet wird, sondern vor ihnen wegläuft und sie sich nun etwas bewegen müssen um satt zu werden. Da solche Jungigel noch kein Revier hatten, ist es hier durchaus möglich sie in einem schönen Garten mit ganzjähriger Zufütterung auszuwildern. Grundsätzlich sollte dort,wo ein Igel ausgewildert wird IMMERein gut gefülltes Futterhaus, sowie eine flache Schale mit Frischwasser für ihn bereitstehen. Denn ohne unsere Hilfe in dieser Form werden die Igel kaum eine Überlebenschance haben und schneller wieder in solch desolatem Zustand sein, wie damals als man sie fand und zum Päppler / uns brachte.

Es klingt erstmal etwas einschüchternd aber es ist überhaupt nicht schwierig und auch kaum Arbeit einen Igel bei sich auszuwildern und ihm anschließend ein gutes Leben zu bieten. Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass, wenn man einen Igel findet und ihn retten möchte, wir Päppler den Finder niemals allein mit seinem Igel lassen. Wir stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite und finden für fast alles eine Lösung. Wir nehmen die ganz schlimmen Fälle auf, versorgen sie mit Medikamenten, Wärme und viel Liebe. Wir stehen nachts mehrmals auf um ihnen Infusionen zu geben oder den ganz kleinen Babys alle 2 Stunden ihre Nahrung (4 bis 6 Wochen lang, 24 Stunden täglich). Wir tragen die Kosten für Materialien wie Spritzen, Kanülen, Medikamente, Verbandzeug, Tierarzt, die tägliche Wäsche der Unterlagen, Handtücher und Kuschelhöhlen, das Futter, die Spezialmilch für die Babys und was sonst noch alles anfällt. Wir hängen das nicht an die große Glocke, wir machen das gerne....für die Igel. Deshalb bitten wir die Finder ebenfalls ein wenig mitzuhelfen, nicht einfach das Tier abzugeben und das war’s. Es ist so wichtig, dass die Tiere später wieder an dem ihnen bekannten Ort, ihrer Heimat ausgewildert werden. Denn aus bereits erwähnten Gründen wäre sonst all unsere Mühe vergebens. Also bitte.... helft alle mit Wir wollen diese wunderbaren Tiere erhalten und das geht nur, wenn wir ALLE unseren Teil dazu beitragen.

Mögliche Ursachen warum ein Igel nicht in den Winterschlaf geht:

Schläft der Igel nicht ein hat er immer noch oder wieder ein Problem.

Mögliche Ursachen:

- Das Nest ist nicht ausreichend gefüllt oder trocken.
- Das Nest ist nicht geschützt und gut genug abgedeckt - Wetterseite
- Der Ammoniakgeruch kann nicht abfließen (Bodenplatte im Haus)
- Feinde (Ratten oder Haustiere) stören den Igel
den Igel ggf. dann mehr schutzmaterial zur Verfügung stellen:
Äste über das Haus legen , dass Gehege ( Hausbereich ) mit einer Plane abdecken oder mit Ästen schützen, kann helfen.

Erst wenn alle äußeren Parameter überprüft sind - und der Igel immer noch nicht schläft sollte über einen erneuten oder noch vorhandenen Parasitenbefall nachgedacht werden.
Das ist jedoch nicht so zu verstehen, dass man zu lange mit der Beobachtung wartet.
Wenn Igel nach 5-7 Tagen nicht wieder schlafen, dann muss das Tier wieder in einem warmen und gesicherten Raum in Obhut genommen werden.

EINE ERNEUTE KOTANALYSE IST NOTWENDIG!!!

Es kommt schon vor, dass einige Würmer - oder die Oozysten noch vorhanden sind.
Die Kokzidien befallen vorwiegend den Magen-Darm-Trakt und bewirken je nach Befall stärke Durchfall und vor allem Magen - Darmschmerzen.
Das hält den Igel wach. Er läuft unruhig im Außenbereich hin und her. Die Erkrankungen durch Kokzidien nennt man Kokzidiosen.
Infizierte Igel haben meist dünnbreiigen, oft grünlichen Kot. Nicht selten ist Durchfall mit blutbeimengungen vermischt. Das sollte dann abgeklärt werden.

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